Bericht der Wehrdienstkommission
Am 20. Jänner 2026 legte die Wehrdienstkommission, der auch der Präsident des Milizverbands Österreich, DI Armin Richter, angehörte, ihren Bericht vor. Im Auftrag von Verteidigungsministerin Tanner wurden Modelle für die Zukunft von Wehrpflicht und Zivildienst entwickelt und dabei die Stärkung der Miliz in den Mittelpunkt gestellt. Für den Milizverband Österreich ist „8 + 2“ strategisch der richtiger Schritt.
„8 + 2“ ist strategisch der richtiger Schritt
Der Milizverband Österreich begrüßt die Empfehlung der Wehrdienstkommission zugunsten des Modells „Österreich PLUS“ 8 + 2. „Wir begrüßen die offene Unterstützung von Frau Bundesministerin Mag. Klaudia Tanner für die Milizübungspflicht als ein deutlich positives sicherheitspolitisches Signal von strategischer Tragweite“, sagt MVÖ-Präsident Oberst Armin Richter. „Wir nehmen natürlich zur Kenntnis, dass die Verteidigungsministerin die parlamentarische Entscheidung über die Reform des Wehrdienstes nicht vorwegnimmt. Damit das gesamte Bundesheer einsatzfähig da sein kann, wenn es vollumfänglich und rasch gebraucht wird, ist jedoch entscheidend, dass das Gesamtpaket des „Österreich PLUS“-Modells im Nationalrat beschlossen wird: Das ist die Verlängerung des Grundwehrdienstes von sechs auf acht Monate, und in den Jahren danach wiederholende Milizübungen im Ausmaß von 60 Tagen“
Wir unterstützen die Kommissionsempfehlung für das Modell „Österreich PLUS“ 8+2, weil es
- die Zielerreichung der MISSION VORWÄRTS und des Aufbauplans 2032+ in gebotener Zeit ab 1.1.2027 vollumfänglich unterstützt;
- für die einzelnen Wehrdienstleistenden die effizienteste, planbarste und ausbildungstechnisch sinnvollste Struktur im Rahmen unabdingbarer Notwendigkeiten schafft;
- für das Österreichische Bundesheer den schnellsten Wiederaufbau realer Einsatzfähigkeit in ernstzunehmender Gesamtstärke und eine Mobilisierbarkeit binnen Tagen statt Monaten ermöglicht;
- für private Unternehmen aufgrund klarer Planbarkeit die geringsten Belastungen im Rahmen unabdingbarer Notwendigkeiten bringt;
- für das Bundesbudget und die Volkswirtschaft das nachhaltigste und kosteneffizienteste Modell darstellt. Nicht oder verspätet erreichte Einsatzfähigkeit zur Landesverteidigung wäre die volkswirtschaftlich teuerste Variante.
„Wer die Miliz als verfassungsgemäßes Rückgrat des Bundesheeres stärken will, braucht verbindliche Wiederholungsübungen in Verbindung mit einer soliden Ausbildung – beides liefert ‚Österreich PLUS‘ 8 + 2“, so Richter, „dementsprechend erwarten wir die Annahme dieser Kommissionsempfehlung durch das Parlament auf Basis einer breiten Mehrheit!“
Häufig gestellte Fragen
Die österreichische Wehrdienstkommission ist eine 2025 eingesetzte Expertenrunde, die im Auftrag von Verteidigungsministerin Tanner Modelle für die Zukunft von Wehrpflicht und Zivildienst entwickelt und dabei die Stärkung der Miliz in den Mittelpunkt stellt. Sie erarbeitet Vorschläge zur Wiederherstellung der vollen Einsatzbereitschaft des Bundesheeres, darunter mögliche Verlängerungen des Grundwehrdienstes, eine verbesserte Ausbildung und eine faire Entlohnung, um die Funktionsfähigkeit der Streitkräfte langfristig zu sichern.
Insgesamt besteht die Kommission aus 23 Mitgliedern und wird in stimmberechtigte als auch in Mitglieder mit beratender Funktion aufgeteilt.
Die Mitglieder stammen unter anderem aus dem Bundesministerium für Landesverteidigung, dem Außenministerium, Vertreter des Finanzministeriums, Vertreter des Bundeskanzleramtes, Zivildienstagentur, aus dem wirtschaftlichen Bereich, aus dem Bereich der Miliz, aus dem sozialpartnerschaftlichen Bereich oder auch Vertreter aus dem Jugendbereich.
Alle Mitglieder üben ihre Funktion ehrenamtlich aus.
Das Modell „Österreich PLUS“ weist eine grundsätzliche Ähnlichkeit mit dem aktuellen Wehrdienstmodell beziehungsweise vorangegangenen Ausformungen des Wehrdienstes in Österreich auf. Der Grundwehrdienst dauert 8 Monate. Nach dem Grundwehrdienst trainieren die Soldaten ihre militärischen Fertigkeiten in periodischen Milizübungen.
Nach dem Grundwehrdienst rücken die beorderten Milizsoldaten regelmäßig zu Trainingseinheiten in Form von verpflichtenden Milizübungen ein. Dabei halten sie ihre militärischen Fertigkeiten in ihrem Verband aufrecht. Das Modell „Österreich PLUS“ sieht Milizübungen innerhalb von zwei Jahren im Umfang von 10 bis 12 Tagen vor. Im
Regelfall32 schließen die Wehrpflichtigen ihre Übungsverpflichtung vor dem 30. Lebensjahr ab.
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